Issue 2/2014  -  ISSN 1470-9570

Sondernummer zum Thema: "Literaturdidaktik heute - Neue Konzepte für den muttersprachlichen und DaF-Unterricht"
Gastherausgeberinnen: Anica Betz & Hanna Kröger-Bidlo, Bochum

ARTICLES

Einleitung.

Anica Betz & Hanna Kröger-Bidlo, Bochum (pages 1-3)

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Literarische Textschwierigkeit interpretieren. Didaktische Analyse(kompetenzen) von Lehrkräften und ihre Voraussetzungen.

Daniela Frickel, Köln (pages 4-24)

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Der Beitrag stellt Ergebnisse einer empirischen Studie vor, in der Experten aufgefordert waren, die Textschwierigkeiten bzw. Verstehensanforderungen einer Kurzgeschichte zu analysieren. Die Studie beruht auf einem Modell literarischer Textschwierigkeit, das hier zunächst auch in seiner Genese kurz skizziert wird. Das Modell illustriert, dass Sprach-schwierigkeit keinen ausreichenden Indikator für die Bestimmung der Textschwierig-keiten und Verstehensanforderungen literarischer Texte darstellt, sondern sich diese vielmehr in einer Text-Leser-Interaktion, die wiederum von einem (institutionellen) Handlungskontext geprägt ist, entfaltet. Dieses Modell sowie die daran anknüpfende Studie exponieren und profilieren die Rolle des Experten, dessen Einschätzung der Textschwierigkeit auch als interpretatorischer Akt herausgestellt wird. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Studie, die auf der Hypothese fußt, dass Experten mit unterschiedlichem Ausbildungsstand bzw. unter-schiedlich langer Berufserfahrung zu unterschiedlichen Befunden bei der Einschätzung der Textschwierigkeit eines literarischen Textes kommen, werden Aspekte einer fach-spezifischen LehrerInnenkompetenz in Bezug auf die Auswahl sowie didaktische Analyse literarischer Gegenstände reflektiert. Der Beitrag zielt somit darauf ab, den Diskurs um zu fördernde Kompetenzen in der DeutschlehrerInnenausbildung voranzubringen.

Mit Jugendliteratur sprachliche Register reflektieren. Ein integrativer Ansatz zur DaZ-Förderung.

Claudia Müller & Anica Betz, Bochum (pages 25-47)

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Die Jugendliteratur als genuines Feld der Literaturdidaktik findet sich aufgrund ihrer lese-motivierenden Funktion in mannigfaltiger Form im Literaturunterricht der Sekundarstufe wider. Jugendliteratur lässt sich aber nicht nur unter literarischen Gesichtspunkten und zur Steigerung der Lesemotivation im Deutschunterricht behandeln. Insbesondere vor dem Hintergrund der Ergebnisse aktueller Bildungsforschung, die nachweisen, dass der Umgang mit sprachlich komplexen Texten des Unterrichts SchülerInnen aus sozial nicht privilegierten Milieus häufig Schwierigkeiten bereitet und insbesondere für DaZ-Lerner additionale Erwerbsaufgaben im Deutschen bedeutet, stellt sich die Frage, wie das motivierende Potential der Jugendliteratur auch für das sprachliche Lernen genutzt werden kann. Am Beispiel der Romane Tschick von Wolfgang Herrndorf (2012) und Sturzacker. Roman einer Jugend von Horst Hensel (2005) soll daher ein integrativer Ansatz vorgestellt werden, der zeigt, wie mit Hilfe von Jugendliteratur die Sprachbewusstheit von SchülerInnen mit Deutsch als Erst- und Zweitsprache gefördert und die Merkmale institutioneller und alltagssprachlicher Kommunikation im Unterricht erarbeitet und diskutiert werden können.

Erfolgreiche Leseförderung für ZweitsprachenlernerInnen mit einem Recreational Reading Program.

Juliane Dube, Essen (pages 48-65)

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In Deutschland gibt es bereits seit den 70er Jahren Bestrebungen, die Chancenungleichheit von SchülerInnen mit Deutsch als Zweitsprache durch gezielte Maßnahmen auszugleichen. Trotz verschiedener Förderansätze ist die Zahl erfolgreicher Lesekonzepte für diese Ziel-gruppe bis heute überschaubar. Noch immer besuchen überproportional viele Jugendliche mit Migrationshintergrund die Haupt- oder Förderschule (vgl. Bildung in Deutschland 2010: 206) bzw. zählen häufiger zur Gruppe der leseschwachen SchülerInnen. Der Suche nach geeigneten Fördermaßnahmen inhärent ist ebenso die Ermittlung von empirischen Implementationsstudien in diesem Bereich. Mit dem Ziel sowohl kognitive, motivationale als auch habituelle leseprozessrelevante Variablen zu fördern, wurde im Schuljahr 2010/ 2011 ein Recreational Reading Program an Essener Gesamtschulen initiiert. Dieser Artikel soll die im Rahmen einer Dissertationsarbeit erhobenen Daten unter dem Gesichtspunkt des kulturellen Hintergrunds überblicksartig vorstellen und diskutieren.

Soziales und interkulturelles Lernen mit Dramen - Möglichkeiten und Grenzen.

Florian Koch, Witten (pages 66-78)

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Der Deutschunterricht der Zukunft wird in besonderer Weise durch sprachliche und kultu-relle Vielfalt geprägt sein. So wird der Anteil an SchülerInnen mit Deutsch als Zweit-sprache in deutschen Schulen in den kommenden Jahrzehnten beständig zunehmen. Auf diese Entwicklung muss auch die Deutschdidaktik reagieren, deren Aufgabe es ist, die bereits bestehende und die kommende Heterogenität als Chance für gemeinsames Lernen zu verstehen. Der Beitrag stellt exemplarische dramendidaktische Zugriffe zum sozialen und interkulturellen Lernen im Fach Deutsch vor. Er zeigt dabei, dass die Förderung von sozialer und interkultureller Kompetenz keine umfangreiche curriculare oder thematische Umstrukturierung des Faches verlangt; vielmehr können bereits eingesetzte Lektüren und Vermittlungsmethoden genutzt werden. Dies wird am Beispiel der Dramen Creeps und Andorra veranschaulicht.

Fremde Blicke - Literatur von Eingewanderten.

Harro Müller-Michaels, Bochum (pages 79-94)

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Literatur von Eingewanderten stellt sich in die Tradition avancierter Werke seit der Auf-klärung, die vom Leben und Denken in zwei Kulturen erzählen. In einem ersten Schritt werden Elemente einer Theorie aus Äußerungen von Autoren erläutert, um dann typische Konstellationen in Episoden der zwei ausgewählten Romane von Herta Müller und Melin-da Nadj Abonji zu beschreiben. Ein Ausblick auf die Bedeutung der Werke für die Bildung fasst die Abhandlung zusammen und öffnet sie für weitere Diskussionen.

Wertevermittlung im muttersprachlichen Literaturunterricht: neue Ansätze auch mit Blick auf DaF.

Gerhard Rupp, Bochum (pages 94-109)

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Werte, Werteerziehung und Wertevermittlung sind im Literaturunterricht bisher nur im Kontext von Literaturfunktionen bzw. der ontogenetischen Reifung des Individuums dis-kutiert worden. Ein genauerer Blick auf die fundierenden Rahmungen von Erzählungen in der Bildenden Kunst sowie die Reflexion unserer gegenwärtigen soziokulturellen und medialen Situation lassen neben der Vermittlung von Wertereflexionskompetenz die Aus-formulierung einzelner Wertkomplexe angeraten erscheinen. Diese können mit literari-schen Texten und literarischem Lernen im mutter- und im fremdsprachlichen Literatur-unterricht verbunden werden.

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REVIEWS

Projekte und Projektionen in der translatorischen Kompetenzentwicklung.

(2013) von Silvia Hansen-Schirra und Don Kiraly (Hrsg.)
Rezensiert von Łukasz Mateusz Grzesiak, Trier (pages 110-115)

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